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FC Bayern schmeißt Leverkusen raus und zieht ins Finale ein
Meister FC Bayern München hat das DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen gewonnen und peilt im Endspiel jetzt das Double an.
Beim 2:0-Erfolg vor 30.210 Zuschauern in der Bayarena schossen Harry Kane (21. Minute) und Luis Diaz (90.+3) die Tore für die Münchner. Es ist der erste Finaleinzug für die Bayern seit sechs Jahren. “Das war für den Verein eine lange Durststrecke”, gab Außenverteidiger Josip Stanisic zu. “Der ganze Verein freut sich auf das Finale.”
Das Team von Trainer Vincent Kompany hatte erst am Samstag mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart vorzeitig die Meisterschaft perfekt gemacht. Jetzt haben die Bayern am 23. Mai die Chance, auch den DFB-Pokal und damit das begehrte Double zu gewinnen. Auch in der Champions League sind die Bayern noch dabei, dort treffen sie im Halbfinale auf Paris Saint-Germain.
Gegen wen die Bayern im Endspiel im Berliner Olympiastadion ranmüssen, das entscheidet sich am Donnerstag (Ab 20.15 Uhr im Livestream im Ersten und bei sportschau.de) im zweiten Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg.
Leverkusen-Keeper Flekken: “Es schmerzt sehr”
Den Leverkusenern gelang auch im dritten Versuch in dieser Saison kein Sieg gegen die Münchner. In der Liga hatte das Team von Trainer Kasper Hjulmand mit 0:3 verloren, im Rückspiel hatte man sich 1:1 getrennt.
Als aktuell Sechster der Bundesliga kämpft Bayer noch um die erneute Qualifikation für die Champions League. “Es schmerzt sehr”, gab Bayer-Torwart Mark Flekken zu und analysierte: “Wir haben uns aber auch ein bisschen selbst damit geschadet, zwei komplett unterschiedliche Hälften zu spielen.”
FC Bayern von Beginn an dominant
Denn mit Jamal Musiala in der Startelf übernahmen die Bayern von Beginn an das Kommando. Die erste Chance hatten sie in der sechsten Minute nach einer kurz ausgeführten Ecke, doch Dayot Upamecano setzte seinen Schuss aus sechs Metern zu hoch an.
Von einem geordneten Spielaufbau war bei Leverkusen lange nichts zu sehen, auch Umschaltmomente gab es nicht, so kam die Werkself kaum einmal in die Nähe des Bayern-Tores.
Nach einer Viertelstunde konnte sich dann Bayer-Torwart Flekken erstmals auszeichnen, als er einen Schuss von Luis Diaz um den Pfosten bugsierte. Dann tauchte aus abseitsverdächtiger Position plötzlich Harry Kane frei vor Flekken auf, doch der verkürzte den Winkel und behielt die Nerven.
Kane bringt die Bayern in Führung
Die Bayern-Führung war ob der Dominanz eine Frage der Zeit. Es passierte in der 21. Minute. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf ging es über die rechte Seite über Michael Olise, der den Ball per Hacke auf Musiala legte, in die Mitte zu Kane – und der fackelte nicht lange und setzte den Ball unter die Latte.
Die Leverkusener hatten auch weiter arge Probleme mit dem hohen und aggressiven Pressing der Bayern, offensiv bekamen sie keinen Fuß in die Tür. Die Bayern warteten derweil geduldig auf ihre nächsten Möglichkeiten. Eine davon hatte erneut Kane, doch diesmal verfehlte er aus ähnlicher Position wie beim 1:0 das Tor nur knapp.
So ging es mit dem knappen Vorsprung für die Münchner in die Pause, und die war bei einem Torschussverhältnis von 10:0 auch hochverdient. “Wir hätten vielleicht das ein oder andere Tor mehr machen können”, sprach Josip Stanisic die einzige Nachlässigkeit seiner Mannschaft an.
Leverkusen kommt verbessert aus der Pause
Die Werkself brauchte eine drastische Leistungssteigerung, und man durfte gespannt sein, was sich ihr Trainer Kasper Hjulmand in der Pause hatte einfallen lassen. Zumindest gelang es ihnen, das Spiel öfter in die Hälfte der Münchner zu verlegen.
Die erste gute Chance aber hatten die Bayern. Kurz nach dem Wiederanpfiff klärte Robert Andrich in höchster Not für seinen schon geschlagenen Torwart Flekken einen Schuss von Musiala.
Neuers Parade schärft die Bayern-Sinne
Doch Leverkusen spielte jetzt mit. Bayern-Torwart Manuel Neuer musste alles aufbieten, um einen schönen Schuss von Nathan Tella vom Strafraumeck noch um den Pfosten zu lenken – fast der Ausgleich. “Ein typischer Bayern-Moment”, sagte Manuel Neuer grinsend im ZDF. Oft sei es in seiner Karriere so gewesen, dass wenig auf sein Tor kam, er aber im entscheidenden Moment trotzdem konzentriert bleiben musste.
Das schärfte die Sinne der Bayern. Sie legten wieder einen Zahn zu. Nach rund einer Stunde parierte Flekken erneut prächtig gegen Kane. Und die Bayern setzten sich in Leverkusens Hälfte fest.
Immerhin: Leverkusen sendete offensiv immer mal Lebenzeichen. In Minute 70 setzte Patrik Schick einen Kopfball knapp über das Tor. Und auch der Rückstand war knapp. Nur ein Tor fehlte. Und die Bayern – die machten das Spiel nicht zu.
Hektische Schlussphase – Schiedsrichter Zwayer gefordert
Leverkusen blies zur Schlussoffensive und setzte die Bayern unter Druck. Es wurde hektisch. Immer wieder stand auch Schiedsrichter Felix Zwayer jetzt im Mittelpunkt. Doch der Werkself lief die Zeit davon.
Und am Ende machte dann Diaz in der Nachspielzeit bei einem Konter alles klar. “Die Großchancen haben gefehlt”, befand Flekken und: “Dann wirds halt schwierig.”
Leverkusen zum Derby nach Köln
Für beide Teams geht es schon am Wochenende in der Bundesliga weiter. Dort muss Leverkusen am 31. Spieltag zum rheinischen Nachbarn 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr). Die Bayern spielen gleichzeitig beim 1. FSV Mainz 05.